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Wie versprochen …

… habe ich den Sonntag damit verbracht, mich ein wenig zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen um Klarheit zu bekommen, was in den letzten drei Wochen seit meinem Start passiert ist.

Wie man auf dem Tracking sehen kann, hatte ich einen wirklich coolen und erfolgreichen Start und nach etwa einer Woche an Bord fühlte ich mich mit meinem Boot und dem Meer wirklich im Einklang. Somit freute ich mich darauf, am 8. September, also an diesem Mittwoch, einen ersten Toast auf Neptun auszubringen, denn es wird dies der erste Jahrestag meiner erfolgreichen Krebsoperation, und zu diesem Zeitpunkt hätte ich eigentlich in Svalbard, Spitzbergen sein sollen, hoch oben über dem Polarkreis.

Nach meinen gesundheitlichen Problemen war es ein wirklich harter Weg zurück in mein gewohntes Leben, und deshalb war ich sehr glücklich und voll motiviert. Gleichzeitig wusste ich, dass das Boot sich in einem perfekten Zustand befindet, denn diesmal konnte ich die gesamten letzten Vorbereitungen selbst durchführen, und so hatte ich Vertrauen in jedes Detail und auch hunderte Lösungen im Kopf, falls diverse Schwierigkeiten auftauchen würden.

Aber dann tauchte ein Problem auf, dessen Möglichkeit ich mehrmals mit unserem Partner besprochen habe. Was passiert, wenn die Motorsteuerung, die natürlich auch die Hydrogeneratorfunktion der einzelnen Motoren steuert, ausfällt? Aus verschiedenen Gründen war der Lieferant nicht in der Lage, das Projekt mit diesem Ersatzteil zu unterstützen, schließlich war es das einzige im ganzen System, welches ich nicht an Bord hatte und somit nicht vorbereitet war, um ein solches Problem zu bewältigen.

Natürlich habe ich versucht, alternative Lösungen zu finden, um den Hydrogenerator ohne die Motorfunktion zu nutzen, aber letztendlich musste ich akzeptieren, dass der Motor außer Kontrolle und damit unbrauchbar ist.

Wenn man nun bedenkt, dass speziell dieser Motor an Bord war, um die Arktis-Etappe mit Strom zu versorgen, und ein Open60 ohne genügend Energie für die Navigation, das Autopilotsystem oder die Kommunikation nicht steuerbar ist, kann man meine Entscheidung unschwer nachvollziehen, den Rekordversuch zu stoppen und sich der Realität zu stellen. Zudem muss man sich überlegen, was in einer Notsituation passiert wäre, wenn man wissentlich in den Polarkreis eingefahren ist, obwohl eine Hauptkomponente der Yacht bereits vorher nicht funktioniert!? Meiner Meinung nach hätte jeder verantwortungsbewusste Skipper entschieden, diesen Rekordversuch nicht fortzusetzen, da dies fahrlässig gewesen wäre!

Ich schreibe diese Erklärung nicht, um meinen Partner anzuprangern oder ihn der Fahrlässigkeit zu beschuldigen, denn das LAB in dem Projekt steht für Entwicklung und testen, um Konzepte und Elemente zu bestätigen, welche gut oder eben nicht so gut funktionieren. Entwicklung ist immer mit Risiken verbunden, aber als ich Les Sables d’Olonne erreichte, brach auch noch zu allem Unheil das zweite Aggregat zusammen und nur mit Hilfe meines Teams konnte ich das Boot sicher zum Vendée Globe-Ponton zurückbringen, von welchem ich vor drei Wochen gestartet war.

Nach vier Jahren segeln auf unserem Innovation Yachts Open60AAL, rund 16 000 Seemeilen, wissen wir nun, dass das Yachtbaukonzept von Innovation Yachts unter Verwendung einzigartiger Materialien wie Vulkanfaser perfekt funktioniert und einen Mehrwert für nautische Produkt darstellt. Wir wissen, dass unsere Designlösungen für große Standfestigkeit, dauerhafte Qualität, Leistung und Sicherheit stehen. Außerdem wissen wir nach diesen Testversuchen auch, dass unsere Partner für alle Segelkomponenten wie Mast, Rigg, Decksausrüstung und Segel perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Aber schließlich hat sich nun auch gezeigt, dass wir eine klare Antwort darauf finden müssen, wie wir mit einem zukunftsweisenden, erneuerbaren und sauberen Antriebssystem weitermachen, welches eine Schlüsselproduktgruppe des gesamten Rekordversuchskonzepts darstellt. Sobald wir die konzeptionelle Antwort von unserem Partner haben, werden wir ihn unterstützen und ihm helfen, alles zu modifizieren, was notwendig ist, um das Antriebssystem für einen weiteren Versuch bereit zu machen.

In der Zwischenzeit arbeiten wir weiter an der Cruiser-Version des IY60, die mit einem Hybridsystem ausgestattet ist, um auch Komfort zu gewährleisten, und natürlich werden wir im Herbst unseren LBV35-Katamaran zertifizieren lassen, welcher das erste vollständig nachhaltige und recycelbare Serienboot darstellt.

Bleibt also dran für alle Neuigkeiten rund um Innovation Yachts und wenn ihr weitere Fragen zum Projekt ANT ARCTIC LAB oder unserem Innovation Yachts IY60Cruiser Racer habt, zögert bitte nicht, uns zu kontaktieren oder unsere Werft hier in Les Sables d’Olonne einfach zu besuchen. Wir freuen uns über jedes Feedback, egal ob positiv oder kritisch, und werden unser Bestes tun, um euch zu überzeugen und euch die Informationen zu geben, nach denen ihr sucht.

Mein größtes „Danke“ und „eine virtuelle Umarmung“ an alle Freunde, Partner und Follower! Ich hoffe, dass wir die Geschichte von Innovation Yachts und den Rekordversuch von ANT ARCTIC LAB fortsetzen können, indem wir vollständig nachhaltige und recycelbare Yachten auf den Markt bringen, die für zukunftsweisende Leistung, langlebige, maßgefertigte Qualität und Sicherheit stehen!